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Freie Waldorfschule Werra-Meißner
Am Bahnhof 2, 37269 Eschwege
Tel.: 05651 754396
Fax: 05651 754398

Klassenhaus Eisenbahnstraße
Tel.: 05651 227836

Waldorfkindergarten
Tel.: 05651 3357596

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Forstarbeit

In der 7. Klasse sind die Kinder in einer besonderen Körperreifeentwicklung schier gefangen. Alles passt nicht mehr so recht zusammen. Die Gliedmaßen wachsen fast extrem. Eigentlich möchten die Kinder sich jetzt möglichst verstecken. -Kapuze über dem Kopf, Hände in den Taschen vergraben-... Tatkräftige und Form bildende Arbeit hilft ihnen jetzt diese Zeit gut zu durchleben. Im Gartenbau- und Werkunterricht gibt es bereits gute Betätigungsfelder die hier helfen und auch vorbereitend für ein gesamt zweiwöchiges Forstpraktikum im Schulforst dienen. Naturerfahrungen und Umgang mit Boden, Pflanzen, Werkzeugen und Holz sind angelegt.

Die Schüler treten jetzt mit der Gartenbaulehrerin zusammen gewissermaßen aus dem Kulturgarten heraus in den Kulturwald. Auch hier gilt es schauend, schaffend, pflegend und erhaltend tätig zu sein. Lohn der Arbeit macht einen erweiterten Sinn.

Besonders wichtig ist es, den wunderbaren Wald zu erleben. Der Wald kann die Kinder durch seinen Bestand an alten, mittelalten und jungen Bäumen, dem vielfältigen Unterwuchs und den dort lebenden Tieren beeindrucken. Alles wird natürlich in Anleitung und unter Absprache mit dem Revierförster erlebt. Er gibt seine Kompetenzen weiter und begeistert die Schüler.

Nistkästen werden im Werkunterricht gebaut und dann im Wald aufgehängt. Vögel werden beobachtet, Spechthöhlen, Wildwechsel, Wildtrittspuren, Wildschweinsuhlen, Fuchs- und Dachsbauten und vieles mehr können entdeckt werden. Baumsaaten werden gezielt gesammelt und an vorgegebenen Stellen gesteckt, Naturverjüngungen werden aus dichtem Stand ausgegraben und an anderen Flächen gepflanzt. Auch kann einen ganzen Tag über aufgeräumt, gepflanzt, aufgeastet, freigestellt, gefällt, gelagert, und abtransportiert werden. Die Schüler lernen Zusammenhänge des Ökosystems Wald kennen und wertschätzen. Ebenfalls erleben die Kinder einen wilden Bachlauf und eine alte Streuobstwiese die zu dem herrlichen, wunderbaren Revier unseres Schulförsters zählen.

Schulwald

Der Prozess der Reflexion von Erlebnissen auf dem Hofgut Weiden wird in der Mittelstufe weitergeführt und im Gartenbauunterricht und im Schulwaldprojekt aufgegriffen. Dem Gedanken der naturverbundenen Pädagogik liegt die Erkenntnis zugrunde, dass es nicht nur die Menge des vermittelten Wissens ist, an dem die Kinder wachsen, sondern dass sich vor allem eigene Erfahrungen einprägen.

Einen neuen Schwerpunkt bildet der Schulwald. Unsere Region ist nicht nur durch die Landwirtschaft geprägt. Ausgedehnte Waldgebiete, die forstwirtschaftlich genutzt werden, umgeben die Stadt Eschwege und die Heimatorte der Kinder. Durch die Einbeziehung der Mittelstufenschüler/innen in forstwirtschaftliche Tätigkeiten entwickelt sich eine stärkere Anbindung der Heranwachsenden an ihr Lebensumfeld. Das Verständnis für komplexe ökologische Zusammenhänge wird gefördert, eine wichtige Voraussetzung für verantwortungsbewusstes Handeln. Durch die ökologischen Aspekte im Lebensraum Wald gewinnen die Schüler Einblick in generationenübergreifende Verantwortlichkeit und zukunftsgestaltende Zusammenhänge.

Entsprechend dem Waldorflehrplan und der Entwicklung von Schüler/innen wird in der Mittelstufe vermehrt der kognitive Bereich angesprochen. Dem trägt unter anderem die Einführung der naturwissenschaftlichen Fächer Rechnung. Bei den monatlichen Exkursionen in den Schulwald haben Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse die Möglichkeit, vieles von dem zu sehen und selbst zu erleben, was in der Tier- und Pflanzenkunde eher theoretisch abgehandelt wird. Das Waldpraktikum in der 7. Klasse ergänzt die Lehrinhalte der naturwissenschaftlichen Fächer und wirkt durch das intensive Erleben und Arbeiten in der Natur harmonisierend auf die Heranwachsenden.